Ortsgeschichte St. Martin - ein Überblick

St. Martin um 1900

Das Gebiet der Ortsgemeinden Unken - Lofer - St. Martin - Weißbach hieß unter den Bajuwaren (7./8. Jahrhundert) "Lover". Inmitten dieses früher herzoglich bairischen und ab 1228 fürsterzbischöflichen salzburgischen Besitzes lag die Talweite Lofer - St. Martin.

Zwischen dem Hochmoor und dem Paß Luftenstein entstand die Hauptsiedlung St. Martin. Hier stand die Burg am Paß Luftenstein und die alte "Capella" und spätere Kirche zu St. Martin. Ein Pfarrer "Henrico" und ein "Pero ze Lover" als weltlicher Machthaber sind urkundlich 1190 überliefert. Ab dem Jahre 1228 setzte der Fürsterzbischof von Salzburg im Loferer Land einen "Pfleger" ein, der seine weltlichen Belange zu betreuen hatte. Nach der Niederlage Napoleons kam das Land Salzburg nach dem Frieden zu Wien im Jahre 1816 an Österreich und wurde verwaltungsmäßig dem Land Ob der Enns (Oberösterreich) angegliedert. 1850 wurde Salzburg selbständiges Kronland, seither bestehen die Ortsgemeinden Unken - Lofer - St. Martin. St. Martin blieb nach wie vor die Mitte des Loferer Landes.

 

St. Martin um 1940

Im Jahre 1833 verlieh laut Urkunde Kaiser Franz I. St. Martin das Recht zur Abhaltung eines Marktes. 1908 wurde die katholische Gemeinde Oberweißbach von Saalfelden an St. Martin angeschlossen. Im Jahr 1939 wurden Lofer und St. Martin zur Großgemeinde Lofer zusammengeschlossen und bereits im Jahr 1946 in drei selbständige Gemeinden unterteilt: Lofer - St. Martin - Weißbach.

Seit dem Jahre 1812 ist die "Mutterpfarre" St. Martin selbständig. Aus der alten Capella St. Martin wurde eine romanische, im 15. Jahrhundert eine gotische Kirche, die man im 17. Jahrhundert barockisierte. Anläßlich der Barockisierung der Kirche brachte man die gotische Madonna mit dem Kind hinauf in das "Hochtal der Kircher". Dieses "Hochtal der Kircher" war anfänglich ein Bildstöckl, welches jedoch bald eine kleine Kapelle wurde. Diese Kapelle wurde bald vergrößert, um den Wallfahrern einigermaßen zu genügen. Erzbischof Ernst von Thun ließ nach den Plänen des Baumeisters Johann Bernhard Fischer von Erlach in den Jahren 1694 bis 1701 eine Kirche bauen. Es entstand die Wallfahrtskirche Maria Kirchental.